Monika Hebeisen (links) und Claudia Kreuzer-Marks stellten ein vielversprechendes Verfahren zur Konfliktlösung vor: die Mediation.
JUNO
Monika Hebeisen (links) und Claudia Kreuzer-Marks stellten ein vielversprechendes Verfahren zur Konfliktlösung vor: die Mediation.

Alternative Wege zur Streitschlichtung

"Junge Unternehmer Niederbayern-Oberpfalz e. V." informierten sich über Mediation

Die Mitglieder des Handwerkervereins "Junge Unternehmer Niederbayern-Oberpfalz e. V.", kurz: "JUNO", haben zusammen mit der Wirtschaftsmediatorin Monika Hebeisen alternative Wege zur Streitschlichtung erörtert. Bei einer Informationsveranstaltung am Charlottenhof der Handwerkskammer in Schwandorf diskutierten die Expertin und Vereinsmitglieder, wie Streitigkeiten – etwa zwischen Kunden und Betriebsinhabern – auch ohne den Gang vor ein Gericht gelöst werden können.

"In der Wirtschaft findet gerade ein Paradigmenwechsel statt: Weg von teuren, zeitintensiven Gerichtsverfahren, hin zu neuen Streitlösungen", stellte Referentin Hebeisen fest. "Mediation" laute ein Ansatz dazu. Bei diesem Verfahren begleiten unabhängige Dritte die Konfliktparteien bei der Suche nach Lösungen, die in einer gemeinsamen Vereinbarung festgehalten werden. Mediation sei sofort einsetzbar, kurz, günstig, könne Imageschäden vermeiden und verbessere die Streitkultur, berichtete Hebeisen von ihren Erfahrungen. Die freiberufliche Mediatorin aus Mimbach in der Oberpfalz erläuterte den Ablauf des Verfahrens: Zunächst gebe es ein Erstgespräch, in dem die Rahmenbedingungen geklärt würden. Danach nehme der Mediator Kontakt zur anderen Konfliktpartei auf und handle ein Meeting aus: beide Parteien treffen sich an einem Tisch. Hier erfolge eine Interessenerarbeitung und es werden Lösungen entwickelt. Die Ergebnisse würden in einer Abschlussvereinbarung dokumentiert. Mediation sei auch bei einer laufenden Gerichtsverhandlung möglich, das Verfahren ruhe während dieser Zeit. Monika Hebeisen berichtete von einer hohen Erfolgs- und Zufriedenheitsquote bei den Klienten ihres Büros.

Vereinsgeschäftsführerin Claudia Kreuzer-Marks grenzte noch einmal den gerichtlichen Rechtsstreit von der Mediation ab und empfahl den anwesenden Handwerkern, bei Problemfällen in ihren Betrieben wo immer möglich zunächst außergerichtliche Lösungen anzustreben. Mediation könne dazu ein wirkungsvoller Ansatz sein, den auch die Handwerkskammer in vielen Fällen empfehle. Denn: "Die freiwillige, selbstgefundene Lösung innerhalb der Mediation bringt eine hohe Bereitschaft der Parteien zur Beilegung des Konflikts mit sich", so die Erfahrung der Juristin.